++++++16.07.2009++++++ 

Gertraud Frank 
Blitzbesuch im Bier-Stadl: 
Das Wetter passt, heute Abend nach dem Büro fahrn wir mit dem Rad zum Kulmbacher-Bierfest. Laut Wegweiser Bayreuth-Kulmbach 25 km. Also kein Problem. Ca. 17 Uhr fuhren wir los. Über Bindlach, Harsdorf, Trebgast, dann hinten rum über Ködnitz nach Kulmbach – 35 km zeigte der Tacho!!! 
Im Bierstadl schnell ein paar Bratwürste, ein Maß-Bier zu Zweit, ein nettes Gespräch mit anderen Besuchern, dann mit „Karacho“ zurück. Ab Bindlach war’s dann schon dunkel. Beim Thema „Kulmbacher Bierwoche“ lachen wir heute noch über unseren „Ausflug“. Ja, was man so alles nach Feierabend unternehmen kann.


Kurt Horn 
Bierwoche 1963 – oder die wundersame Verwandlung einer Strickjacke in einen Strickmantel 
Tatzeit: Bierwoche 1963, abends nach 20 Uhr 
Tatort: Bierzelt auf dem Marktplatz, Mittelgang 
Beteiligte: etwa 15 ehemalige aktive ATS-Fußballer 
Deren Verhaltensweisen: stark fußball-orientiert, humoristisch eher derb ausgerichtet! 
Tathergang: Nach Trainingsschluss unter Karl Siemko gemeinsamer Festzeltbesuch mit Freibier durch Brauerei-Sponsoren. Walter „Pella“ Pöhlmann, eisenharter Abwehrspieler und als humoristischer Chef-Ideologe jederzeit zu jedem Blödsinn aufgelegt, widerfuhr das Missgeschick, indem eine Kellnerin versehentlich eine Maß Bier über dem Rücken entleerte – unter großem Gelächter aller. 
Seine Strickjacke war nun zur Hälfte durchnässt, der Rest blieb trocken. Das Kleidungsstück verformte sich dadurch und hing auf der hinteren Seite etwas tiefer als auf der trockenen. Um das modische Gleichgewicht wieder herzustellen, zog und zupfte fast jeder am Tisch unter ständig steigender Gaudi an „Pellas“ Outfit, der das erstaunlich lange duldete. Als die Strickjacke nach kurzer Zeit nun zwar rundum wieder die gleiche Länge aufwies, der untere Saum sich aber inzwischen auf Kniehöhe befand, wurde es dem Geschädigten zuviel. Er nahm seinen noch fast vollen Maßkrug und schüttete ihn mir über meinen bis dahin noch bestens sitzenden Popeline-Anzug. „Pella“ war damit zwar endlich das Ziehen und Zupfen los – sein Erscheinungsbild war aber auffallend verändert, denn die Strickjacke war durch uns zu einem Strickmantel ummodelliert worden. 
Noch heute nach über 45 Jahren ist dieser Bierzeltbesuch allen seinerzeit Beteiligten in bester Erinnerung und erheitert ungebrochen. 


++++++13.07.2009++++++

Gabriela und Volker Pabel 
Wir sind beide aus Kulmbach. Waren beide 20 Jahre lang auf jeder Bierwoche - und hatten uns trotzdem bis zu diesem unglaublichen Abend am 5. August 2004 noch nie vorher gesehen! Und auch an diesem Abend wären wir uns wahrscheinlich nicht begegnet, denn Volker steht traditionell immer am gleichen Platz - an der Mönchshof-Ecke - und ich bin von jeher „Dauerläuferin“ rund ums Zelt. 
Von meiner besten Freundin hab ich mich widerwillig zu Volkers Clique in die besagte Ecke zerren lassen - zum Glück! Es hat sofort gefunkt und fast auf den Tag genau ein Jahr später haben wir im Kulmbacher Standesamt geheiratet! Die Bierwoche ist der beste Anlass, alte Gewohnheiten mal über Bord zu werfen! 

 
Foto: Gabriela und Volker Pabel


++++++10.07.2009++++++

Marianne Daute, geb. Freund
Als zehnjähriges Mädchen hab ich das erste Bierfest 1939 in Kulmbach auf dem Marktplatz erlebt. Wir wohnten in der Nähe – am Röthleinsberg neben dem Weißen Turm. Unser Vater, als Kulmbacher Geschäftsmann, musste natürlich auch anwesend sein, und wir Kinder (fünf an der Zahl) durften mit. Im Zelt an der Vereinshaus-Seite war eine Attrappe von einem Häuschen mit Fenster und angelehnter Leiter. Aus dem Fenster lehnte sich eine blonde Schönheit mit dicken, blonden Zöpfen heraus. Und als die Musik einsetzte „Geh‘, mach dein Fensterl auf“ stürmte einer die Leiter rauf und hätte beinahe alles umg’haut. Das war eine Gaudi. Leider leben meine Geschwister nicht mehr. Wir haben oft davon erzählt. Wo gibt es noch einen Zeitzeugen?

 
 
Foto:  Marianne Daute


++++++09.07.2009++++++
 
„Gräfin“ Anja Tröger
Die luftfahrende Gräfin über dem Bierfest in Kulmbach
Im Jahre 2002 schenkte mir mein Mann zum Geburtstag einen Gutschein für eine Ballonfahrt. Als ich den Termin für diese Fahrt ausmachte hieß es: „Am 29. Juli bei Kulmbach“.
Ich habe es mir nicht nehmen lassen vorher auf das Kulmbacher Bierfest zu gehen. Danach die Ballonfahrt, war echt super! Zum Schluss der Fahrt wird man getauft, nun raten Sie mal wie ich genannt wurde. Im Adelstand der Ballonfahrer bin ich: Anja Tröger, die luftfahrende Gräfin über dem Bierfest in Kulmbach!
 
Christoph Bayerlein
Froh gelaunt, suh wie mah sollt,
bin ich vom Stadl hahm getrollt,
für mich wohr des is ziemlich klohr,
da schönste Tooch vonn ganzen Johr.
Woss die Erinnerung suh brengt,
wenn mah ooh die Moosskrüg denkt,
und der Inhalt, dann der gut,
der macht bis vor die Haustür Mut.
Wenn der Empfang, aah ganz gewiss,
dann im grün‘ Bereich nett is,
man bekundet treu und prompt,
dass man nur vom Stadl kommt,
dann kehrt die Liebe und da Glück,
vor der Haustür stets zurück.
 
Ich hobb bei froher Stadelnocht,
ah poohr Hörnla mit gebrocht,
wall bonn prosten imme dohr,
aah Moosskrug nett in Ordnung wohr.
Ich hobb des nett suh tragisch gnumma
und wuh her meih Hörnla kumma,
hjobb ich niemals kund getooh
wall, es geht, ja kann woss ooh.
 
Zu uns kummt, fast jährlich duch
ah Freund, ah Ami, auf Besuch.
Ich denk mah, der is froh und munter,
den nimmst mit auf Kulmbach nunter.
Deitsch, des mussa erst nuch lenna,
obba trinken, hotta könna.
Im Stadel also, hott sich glohnt,
er sich dann, ooh die Moosskrüg gwohnt.
Ooh die Vull’n, nett ooh die leer’n,
er wollt sich absolut bewähr’n.
Seitdem die Erinnerung bleibt,
obb er anruft oder schreibt,
das Beste jemals irgendwie,
was er erlebt in Germany,
war für Ihn, das tut er kund,
der Stadel wohl in Kulmbach drunt.
Und von den frohen Stunden doch,
schwärmt er stets und heute noch.
 
Ein netter Gast kommt, siehe da,
zu uns stets aus Amerika.
Bierwoche war zu dieser Zeit,
vergnügt zu jedem Fest bereit.
Er wünschte sich, hat so befunden
in Kulmbach ein paar frohe Stunden.
Gut gelaunt vor allen Dingen,
dort im Stadel zu verbringen.
Vom gutem Bier er ungehemmt,
dann so manchen Maaskrug stemmt,
trotz Nebelschwaden als Begleiter,
war die Stimmung froh und heiter,
der Abend in Erinnerung bleibt,
ob er nun anruft oder schreibt.
Kulmbach nennt er irgendwie,
das Beste war in Germany
und Stunden die sich dort ergaben
möchte er noch viele haben.
 
Peter Schindhelm
Neulich auf der Bierwoche:
Schorsch zum Hannla: „Für einen Antialkoholiker trinkst Du aber ganz schön viel Bier.“ Der antwortet: „Ja natürlich, denn ich bin ständig mit der Vernichtung der bestehenden Vorräte beschäftigt.“
 
Peter Riedel
Älteste Kulmbacherin auf‘m Bierfest
Zeit seines Lebens war mein Vater ein unverbrüchlicher Liebhaber des „Maingoldes“ der Mönchshof. Meine Oma, die bei uns lebte, trank gleichfalls vor dem Schlafengehen ein Gläschen. Im hohen Alter von 103 Jahren war sie 1979 letztmals mit uns im Bierzelt in der Mönchshof-Ecke (siehe BR-Bildbericht). Maingold schmeckte ihr jedenfalls immer, denn sie wurde fast 105 Jahre alt.

Erika Neidhart
Diese ungewöhnliche Begegnung fand vor einigen Jahren bei einem so beliebten Sonntags-Frühschoppen im Bierzelt statt. Die Stimmung war gut, das Bier schmeckte vorzüglich, aber es sollte sich noch steigern. Ich ging für kurze Zeit aus dem Zelt, und als ich zurück kam, sah ich neue Gäste an unserem Tisch. Man kam sich rasch im Gespräch näher, und ich plauderte intensiv mit einem Herrn, der einen markanten Haarwuchs im Gesicht trug. Man sprach über dies und das, und plötzlich fiel ein Stichwort, und es stellte sich heraus, dass wir vor 50 Jahren Nachbarn waren. Nach seinem Wegzug damals hatte man jeglichen Kontakt verloren und sich nie mehr gesehen. Ich trug ihn damals als Baby immer auf dem Arm rum, als Zwölfjährige. Die Überraschung und Freude war riesengroß, und wir prosteten uns fröhlich zu. Plötzlich stand er auf, nahm meine Hand und sagte: „Früher hast du mich rumgetragen, und jetzt trage ich dich!“ Vor allen Leuten hob er mich, der große starke Mann, in die Höhe und wirbelte mich in der Luft herum. Mir blieb die Spucke weg, und wir haben noch viel gelacht. Dass wir noch lange gefeiert haben, lässt sich doch denken.
Leider hat man kein Foto gemacht. Dieses Bild wurde in dem Jahr gemacht, als ich diese Begegnung hatte.

 
Foto: Erika Neidhart mit einem weiteren begeisterten Bierfestbesucher

Ralf Wiesel
Kaum sah er aus dem Zelt, o Schreck, da war sein weißer ,Ford‛ schon weg
Wie eine ehrliche „Diebin" in die Maschen des Gesetzes hineinfuhr
Tatsächlich passiert zur Bierwoche 1970:
Seit gestern sind die Annalen der Stadtpolizei und der Landpolizeiinspektion Kulmbach um einen Vorfall reicher, der sich als „Bierfest-Mini-Story" durch Kuriosität und Einmaligkeit auszeichnet. Es geht um zwei weiße Ford M 15. um einen Diebstahl aus Versehen, um den missglückten „Denkzettel" eines Ehemannes, um hervorragende Gemeinschaftsarbeit der Polizei und um eine wichtige Nutzanwendung. Ein im Bierzelt Beschäftigter hatte einen Bekannten gebeten, ihn in der Nacht vom Sonntag auf Montag kurz nach Mitternacht mit dem Auto abzuholen. Der Bekannte fuhr denn also zur angegebenen Zeit mit seinem weißen Ford M 15 zum Bierzelt und stellte, da es sich ja nur wenige Minuten handeln konnte, den Wagen mit laufendem Motor und steckendem Zündschlüssel vor dem Zelt ab. Als er aber den Kopf aus dem Bierzelt steckte, war sein schöner Wagen verschwunden…Er eilte zur Polizeiwache, die sich ja unmittelbar neben dem Zelt befindet, und meldete den Diebstahl an. Die Stadtpolizei unterrichtete die Landpolizei, die auch sofort die Mitfahndung aufnahm. Mit großem Erfolg: denn kurze Zeit später stellten die Landpolizeibeamten den stadteinwärts fahrenden Wagen in der Lichtenfelser Straße in Höhe der Fahrschule Kolb. Sie waren etwas erstaunt, eine Frau am Steuer des Wagens zu erblicken. Bei der Geschichte, die sie erzählte, hellten sich die Mienen der Polizeibeamten rasch auf, und es fiel ihnen schwer, den dienstlichen Ernst zu wahren. Ihr Ehemann hatte sie gebeten, ihn kurz nach Mitternacht mit seinem Wagen, einem weißen Ford (!), am Bierzelt abzuholen. Zur verabredeten Zeit trat er aus dem Zelt und sah davor „seinen“ Wagen mit laufendem Motor stehen. Dieser Leichtsinn seiner Frau ergrimmte ihn, und er wollte ihr einen Denkzettel verpassen – setzte sich also ans Steuer und fuhr den Wagen heim in die Wohnung am Stadtrand, wo er ihn ordnungsgemäß in der Garage parkte. Seine Ehefrau war inzwischen, wie verabredet, in die Stadt gefahren, um ihren Ehemann abzuholen. Sie stand vor einem Rätsel, als ein Bekannter, den sie unterwegs traf, ihr berichtete, der Ehemann sei soeben mit seinem Wagen an ihm vorbeigefahren. Mit seinem Wagen? dachte sie - den hab ich doch! Eilends fuhr sie heim und sah dort in der Garage, Wunder über Wunder, das Ebenbild des Wagens, den sie selber fuhr. Im Gespräch der Ehegatten klarte sich nun die Geschichte schnell auf, aber das Abenteuer nahm damit noch kein Ende. Auf seine Bitten setzte sie sich an das Steuer des anderen „falschen“ weißen Ford, um ihn zur Polizei zu bringen und dort den versehentlichen Diebstahl zu beichten. Soweit kam sie aber nicht, denn alsbald geriet sie in die Maschen der eingeleiteten Fahndung.
Die beiden weißen Fords sind nun wieder bei ihren rechtmäßigen Besitzern, und damit wäre die Story zu Ende, wenn nicht noch eine Nutzanwendung zu ziehen wäre: Niemand stelle seinen Wagen mit laufendem Motor und eingestecktem Zündschlüssel ab, und wenn er sich auch nur fünf Meter entfernt. Dass er einen Diebstahl nicht verhindern kann, zeigt dieser Diebstahl, der kein Diebstahl war.
 
Alexandra Schwitz
Als gebürtige Kulmbacherin hab ich natürlich so lange ich denken kann, jedes Bierfest live und in Farbe miterlebt. Seitdem ich aber am Bodensee lebe, ist die Bierwoche jedoch mehr denn je das Highligt jeden Jahres für mich! Und ich versuche auch immer, meinen Urlaub mit der Kulmbacher Bierwoche zu verknüpfen. Vor vier Jahren habe ich zum ersten Mal meinen Lebensgefährten, Konstanzer und dennoch Bierliebhaber, zum Bierfest mitgebracht. Ihm zu Ehren sind wir, zusammen mit meinen Eltern, nach der "Zeremonie" auf dem Marktplatz und dem Anstich im Festzelt noch sitzen geblieben und haben die ein oder andere Maß gehoben. Natürlich war die Stimmung fantastisch und so standen wir schon kurz vor mittag auf den Bänken und haben kräftig mitgefeiert. Alle, bis auf meinen Freund. Der hatte weder meine Eltern noch mich jemals so erlebt, und war erschüttert... Als er und ich allerdings einen Tag später mit meiner Schwester und meinem Schwager ins Zelt gingen, sagte er nach einiger Zeit: " Also, nächstes Mal nehmen wir wieder deine Eltern mit, da ist es viel lustiger!" Zum Mitfeiern auf den Bänken hat es dann noch mal zwei Tage gebraucht; und das hat meine Patin fertig gebracht, die es ihm trotz massiver Knieschmerzen vorgemacht hat. Und seitdem ist die Kulmbacher Bierwoche auch in seinem Terminkalender ein fester und unerschütterlicher Bestandteil.
 
 
++++++08. Juli 2009++++++

Birgit Obermaier
Ich war mit Kollegen und Kolleginnen im Bierzelt. Direkt nach Arbeit ging’s ab in’s Zelt. Und deshalb hatte ich auch eine große schwarze Umhängetasche um. Und als ich so durch die Bankreihen ging fasste mich ein Mann am Arm und sprach mich an: Schau hin, da wird sogar die Post im Bierzelt ausgetragen. „So eine Postbotin hätte ich auch gerne“. Ja, das war schon meine kleine Bierfestgeschichte. Die lebt immer wieder auf, wenn ich mit einer größeren Handtasche auf die Bierwoche gehe. 
 
Claudia Rack (stolze Mutter eines wandelbaren Sohnes)
Vom Büttnertanz zu Folk Metal
Mein Sohn Manuel ist zwar in Nürnberg geboren, seine Liebe zu Kulmbach und  zum Bierfest hat sich jedoch schnell entwickelt. So beschloss er vor drei Jahren, sich den Kulmbacher Büttner-Fachverein anzuschließen, u.a. um im Bierstadel am ersten angestochenen Fass Bier Anteil zu haben. So tanzte er zum großen Erstaunen seiner Familie und Freunde (er, der nie einen Tanzkurs besucht hatte!) den Büttertanz zur Bierfesteröffnung auf dem Marktplatz, im ersten Jahr noch mit einem Zopf, der die langen Haare unter der Mütze der Büttnertracht bändigte. Kurz darauf formierte er sich mit  Freunden zur Folk-Metal-Band „Nogroth“, aus deren Feder das Lied „Kulmbacher Bier“ stammt, welches den Kulmbacher Jugendlichen inzwischen durchaus ein Begriff ist und die Liebe der Band zum heimischen Bier Ausdruck verleiht! Und seither verwandelt sich der Bub jeden Sommer vom in Tracht tanzenden Büttner blitzschnell zum headbangenden Metal-Freak…. Und sein großer Traum ist es, eines Tages mit „Nogroth“ auf der Bühne des Bierstadels zu stehen und „Kulmbacher Bier“ zu spielen… auch wenn es dann den meisten Bierfestbesuchern die Ohren wegpfeifen würde – wir jedenfalls wären dabei!


++++++03. Juli 2009++++++

René Titus und Eric Fraboulet
Wiedersehen nach 25 Jahren
Bis 1984 nahm ich regelmäßig an einem Schüleraustausch zwischen dem MGF- Gymnasium und einem ca. 1500 km entferntem französischen College in Queven an der Atlantikküste teil. Mit meinem Austauschpartner Eric verstand ich mich so gut, dass wir uns selbst auch privat in den Pfingst- und Sommerferien gegenseitig besuchten. Zum Bierfest war Eric immer in Kulmbach, das Zelt war sein Lieblingsort. Der Kontakt verlor sich und wir hörten nichts mehr voneinander...„.bis zu diesem Frühjahr! Nach einem Vierteljahrhundert!!! Er will nach Kulmbach kommen und genau zum Kulmbacher Bierfest! Ich freue mich jetzt schon riesig auf seinen Besuch. Er bringt übrigens auch seine ganze Familie mit, seine Frau und drei Kinder, der Älteste ist mittlerweile schon 16, fast so alt wie wir zwei damals! Na dann, Prost!!!
 
Marie Pöhlmann
Mein lustigstes Bierfesterlebnis!
Als junge Frau, als das Bierfest noch auf dem Marktplatz war, ging ich auch öfter hin. Ich muss jetzt mit 77 Jahren feststellen, es war damals viel gemütlicher. Ich weiß jetzt nach so vielen Jahren nicht mehr, wann es war. Da war in der Bierfestwoche ein richtiger Wolkenbruch. Das ganze Zelt war proppenvoll. Es blitzte und donnerte, es goss wie aus Kübeln. Im Nu bildete sich auf dem Zeltdach eine große Wasserblase über uns. Wir brachten uns in Sicherheit, als wir sahen, dass ein Gast sich auf den Tisch stellte. Er nahm den langen Stockschirm und wollte die Riesenblase abfließen lassen. Er war aber so supergescheit, nahm nicht den Griff, sondern die Spitze. Es kam, wie es kommen musste: Die Plane riss, und das gesammelte Wasser kam wie ein Wasserfall herunter. Wer war danach wie eine gebadete Maus? Der Mann mit dem Regenschirm.
 
Christoph Bayerlein
Eine wahre Stadelgschicht
ohne Polizeibericht,
nach Festbesuch, in Kulmbach drunten
mit Bodennebel, dann verbunden
war, unterwegs, Verkehrs-kontroll,
erfreut, fragt man uns, liebevoll,
wir haben im VW gebangt,
habt ihr, in Kulmbach wohl getankt
der Rat, an uns, vor vielen Jahren
schön, vorsichtig, weiter fahren
und, passt auf, dass nichts passiert
erleichtert, wir dann reagiert,
die Stadelgschicht, aus dissen Zeiten
sollte nicht, dazu verleiten
mit Pro Mille, die verletzen
ja, ans Steuer, sich zu setzen.
 
Gisela Hagen
Vor 20 Jahren besuchte ich mit meinem damaligen Verlobten zum ersten Mal das Kulmbacher Bierfest. Wir verbrachten einen unterhaltsamen Abend an einem Tisch mit einem Ehepaar aus Kulmbach und zwei älteren Ehepaaren aus Weidhausen. Dabei erwähnten wir, dass wir in zwei Wochen heiraten, woraufhin die Weidhauser versprachen, zum Polterabend zu kommen. Tatsächlich polterten die beiden Paare mit, eine neue Freundschaft begann. Später riss der Kontakt allmählich leider ab und erst nach einigen Jahren sahen wir die Vier bei einem Festzug in Weidhausen wieder – und die Bier-Freundschaft lebte wieder auf.
 
Otto Sikora
Verspätet
Die königlich-bayrische Abordnung, die jedes Jahr zur Bierwoche nach Kulmbach gesandt worden war, kam am Abend in Hof mit einem Mann zu wenig an. Was war geschehen?
Die urbayerische Stimmung, die erotische Ausstrahlung der Biermägde und der edle Gerstensaft bewirkten ein heimeliges Gefühl und eine gewisse Zeitlosigkeit. Als sich meine Gruppe auf den Weg zum Bahnhof machte, um den vorletzten Zug nach Hof zu erreichen, entschloss ich mich, den letzten zu nehmen. Doch dann, am Bahnhof angekommen, sah ich nur noch die roten Rücklichter des Zuges.
Was tun? Meinen Geldbeutel hatte ich der Ehefrau eines Freundes gegeben, damit er nicht verloren geht. Mit nichts in der Tasche außer der Einzelkarte des Gruppenfahrscheins stand ich in Kulmbach. Ich bat eine zufällig vorbeikommenden Polizeistreife, zu Hause anzurufen, um meine Frau zu beruhigen, was die Polizisten auch schmunzelnd taten. Die Nacht verbrachte ich mit weitläufigen Spaziergängen durch die Weltstadt des Bieres und zur Burg. Anderntags kam ich dann glücklich um 11 Uhr in Hof an, wo mich die „erfreute“ Ehefrau in die Arme nahm.
 
Hans Reitmeier
Ich lebe zwar schon 33 Jahre in Hof, bin aber in Trebgast geboren und dort aufgewachsen. Also gehörte der Bierfestbesuch in Kulmbach alle Jahre dazu.
Es war 1968. Eigentlich wollte ich das Bierfest nach zwei Maß verlassen, aber am Ausgang denke ich mir: Ach, ane geht noch nei! Irgendwie bin ich dann aber an einen „falschen“ Tisch geraten, wurde aber herzlich aufgenommen. Es stellte sich heraus, dass hier Leute von der Handwerkskammer Oberfranken saßen und es ging um Meisterprüfungslehrgänge. Ich diskutierte eifrig mit und muss wohl eine mündliche Zusage zum Erwerb der Meisterprüfung gemacht haben. Wenige Tage später erhielt ich Antragsformulare, Anmeldegebühren und so weiter. Auweh, dachte ich mir, da hast du aber mal wieder sehr laut gedacht! Kurzum, ich habe in den sauren Apfel gebissen und war nach 16 Monaten Kfz-Mechaniker Meister. Dies beeinflusste meinen beruflichen Werdegang sehr positiv.
 
Familie Bürger
Der Bierfest Bericht in der Kulmbacher Bayerischen Rundschau
Es ist schon viele Jahre her, aber wie so einige Kulmbacher Familien sind wir im August in den Urlaub gefahren. Nachdem wir natürlich „UNSER BIERFEST“ nicht ganz ohne Stadl Besuch verlassen wollten, sind wir vor der Abfahrt kurz ins Bierzelt und haben unsere „ABSCHIEDS-BRODWERSCHT“ gegessen, ab ins Auto und Richtung Allgäu.
Dieses Jahr musste die ganze Bierfest Woche ohne uns auskommen. Auch wir mussten ohne Bierfest auskommen.
Wir waren eine Woche in unserem Urlaubs Ort. Da kam Post aus Kulmbach mit einer Bayerischen Rundschau. Wir dachten schon es ist etwas passiert, aber es war eine lustige Überraschung. In einem Bierfestbericht von diesem Wochenende war die ganze Familie auf einem Bild zu sehen wie wir im Bierstadl waren. Aber wir waren schon eine Woche im Urlaub gewesen. Das gab natürlich Gesprächsstoff und wir konnten im Allgäu natürlich so Werbung für die Kulmbacher Bierwoche machen. Zu Hause waren natürlich unsere Bekannten verblüfft.
 
Die Geschichte vom RIESEN LÖFFEL und das Bierfest
Nachdem wir mitten in der Stadt gewohnt haben, war natürlich der Weg zum alljährlichen Bierfest nicht weit. An den Wochenenden ist ja bekannter weise der größte Ansturm besonders von auswärtigen Gästen.
Vater und Sohn schlenderten immer mal an den Wochenenden durch den Bierstadl. Man trifft ja sehr, sehr viel Bekannte und Freunde. An einem der „durch-den-Stadl-Schlender-Tag“ wurden wir Beide von unserem ehemaligen Nachbarn begrüßt. Er war mit seinem Club der Köche im Stadl. Zu unserem Erstaunen hatten Sie einen überdimensionalen Suppenlöffel dabei. Mein Sohn war so geschockt von dem riesigen Löffel, dass wir den Rest der Bierwoche mit beruhigen und erklären zu tun hatten. Natürlich hatten die kochenden Männer Ihren Spaß mit dem kleinen Kerl der so fasziniert war von Ihrem RIESEN-Löffel war.

So können auch kleine Sachen im Bierfest große Wirkung verursachen. Aber das Bierfest war trotzdem weiterhin schön.

 
Foto: Der kleine Herr Bürger mit dem riesen Löffel im Hintergrund


++++++02. Juli 2009++++++

Herbert Pöhlmann
Erstes Bierfest auf dem Zentralparkplatz 
Übrigens: Der neue Bierstadel stand die ersten Jahre bis zur Fertigstellung der Tiefgarage mit den Giebelseiten zur Klostergasse und zur Sutte hin, also um 90 Grad gedreht. Das nur nebenbei. Ich sitze am Eröffnungssamstag um 11 Uhr im Friseursalon Leger in der Webergasse und warte aufs Drankommen. Die Tür geht auf, und hereingestürmt - mehr gestolpert als gerannt - kommt ein Bierfestbesucher mit der Aufforderung: „Suvill Eis wie ihr hobt auf mein Kupf!“ Friseurmeister Leger takelte nicht lange, setzte den Angetrunkenen auf einen Behandlungsstuhl und ein Mitarbeiter begann sofort damit, ihm Eiswasser (spezielles Pflegemittel zur Kopfmassage) über dessen Schädel zu schütten und seinen Kopf fachgerecht zu massieren und schließlich wieder zu frisieren. Mit den Worten „soo, etzet koss weitergeh'“ verließ der Zeitgenosse nach dem Zahlen den Salon in Richtung Zelt...

Bierfest noch auf dem Marktplatz
In der Heinlein-Ecke diesmal die Mönchshof mit ihrem leider schon verstorbenen Festwirt Fritz Hofmann von der Schauer's Gaststätten - ein Wirteoriginal - derb aber doch herzlich. Das Zelt war in einem nicht mehr ganz neuen Zustand. Es regnete am Eröffnungssamstag, und über dem Ausschank bildete sich eine Wasserlache zwischen den Spanten. Genau da, wo Fritz seine Kasse hatte und die Biermarken und das Geld verwaltete. Durch die poröse Zeltplane tropfte es genau ins Genick vom Fritz. Sichtlich erregt nahm Fritz einen Schirm und wollte die Plane anheben, damit das Wasser aus der Pfütze abläuft. Er nahm aber den Schirm so, dass er nicht mit dem Hörnla hochstieß, sondern mit der Spitze. Es musste so kommen: Er durchstieß die Plane und das Wasser schoss armdick auf ihn hernieder. „Su a Gelumb“, war sein erster Kommentar und darauf: „Lacht net su bleed - Ihr...“ Und augenblicklich stand fest, wen er beim nächsten Schafkopf bescheißen wird. Der Festbetrieb war noch gar nicht richtig angelaufen, und er musste sich schon vertreten lassen... 

Gerhard Limmer
Zwei Familien aus Neustadt und schönes Wetter - dazu noch Besuch aus Berlin. Um mit „den Preußen“ echt fränkisch zu feiern, auf zur Kulmbacher Bierwoche ins Festzelt. Zum Glück wurde gerade ein Tisch frei, bis auf eine Familie aus München: Frau, Mann und Hund.  Lustig kamen wir ins Gespräch, auch unsere Berliner trumpften auf. Mein Münchner Nachbar fragt: „Wie haltet Ihr denn „die Preußen“ aus?? “Für uns Franken kein Problem, Ihr leistet Euch doch den Dackel, und wir halten uns eben einen Berliner!“ Erschrocken spülte  „der Bayer“ die Antwort runter.



++++++01. Juli 2009++++++

H. Höfer 
Luftballonrettung 
Bei einem Besuch der Bierwoche am frühen Nachmittag (zur ruhigsten Zeit) gab es im Festzelt immer wieder Applaus und Gelächter an verschiedenen Stellen. Als Ursache konnten wir einen Jungen beobachten, der seinen Luftballon mit langer Leine und aufgebrachtem Klebestreifen mit viel Geschick und Geduld dazu benutzte, ausgerissene Luftballons von der Zeltdecke herunterzuholen und sie natürlich unter Begeisterungsrufen den ursprünglichen Besitzern wieder zurückgab. Die Freude bei den Eltern und Großeltern war ebenfalls nicht zu übersehen. Als der Luftballonverkäufer dem Kind diese Aktion verbieten wollte, gab es eine kleine Revolution an den umliegenden Biertischen, der Verkäufer hat sich dann lieber draußen neue Kunden gesucht und der Spaß ging weiter.

Hartmut Lamm
Da hammer g´schaut! 
Auf der Bierwoche vor drei Jahren ist uns "Uli, Norbert, Matthias und Hartmut" was passiert, das unvergesslich bleiben wird. Immer wenn wenn wir dran denken, müß` mer wieder lachen. Um ca. 22.00 Uhr, bei der tollen Musik der "Isartaler Hexen",tanzten alle auf den Bänken und die Stimmung im Stadl kochte. Zu uns an den Tisch, gesellten sich vorher noch 2 Paare, die wir bis dahin nicht kannten. Als plötzlich eine ganze Reihe reizender Frauen, sehr fesch und knapp bekleidet, durch den Gang lief, ließ Uli einen Pfiff los und alle Blicke gingen ruckartig hinterher. Da rief plötzlich unsere zur Höchstform aufgelaufene weibliche Tischbekanntschaft: "Da braucht´s gar net hinschaun,  schaut´s amol zu mir her!!!" - gleichzeitig riß sie mit beiden Händen, ihre mit Druckknöpfen versehene Jeansbluse auf. Da is uns schwindlig worn!!!. Und gekost hat´s a nix, denn Ihr Mann war ein wohlhabender Geschäftsmann, der den ganzen Abend den Tisch freihielt.

Georg Wolf
N
uch a Gschichtla (Gedichtla) 
Es größta Glück fürn Görch (des bin ich), des is a frisch Mäßla Kulmbacher Bier
und des loußm ich mer im Stoudl servier, glab mes, do louß ich alles annera stieh. Mit achtza dou hou ich mei Bräutla scho gfreit, auf dä Kulmbacher Bierwochn dou is passiert. Do hot sa gsocht ich mouch dich mei Görchla, doch wä endlich gscheit, weil es Saufn dich sünst nuch ruiniert. Dou ho ich dann mei Stäudla gegrellt und mit nein Bierstoudl gschlaft, dou ham me dann gebechert, gschmußt und gewaft!.......... jetzt ho ich sa und jetzt is sa mei Fra.

Peter Riedel
Mein Bierzeltgschichtla 
1966 standen Bierzelt (heute Stadl) und Bratwurstbuden traditionell auf dem Marktplatz. Mein erster Einsatz als "Beamtenstift" seit September 1965 war das Einwohnermeldeamt im Erdgeschoss des Vereinshauses mit Fensterfront zu zwei Ausschankecken und Bratwurstbuden. Es war ein leichtes, täglich kurz vor Feierabend Brodwäschd und a Moß durchs offene Amtsstubenfenster zu bestellen - Genuss zum Dienstschluss. Mein Chef, Hans Müller, unser "MÜ", hat sich's schmunzelnd in gemeinsamer Runde mit schmecken lassen. 
 

++++++30. Juni 2009++++++

Winfried Heublein und Brigitte Waneck
Wir stehen bei der Bierwoche seid über 20 Jahren immer am selben Platz, außerhalb am Bierzelteck, beim Caputi-Eissalon. Es ist sehr interessant die vorbeigehenden Leute zu beobachten und trifft auch alljährlich die Bekannten an der Ecke. Ich wollte schon ein Schild an der Bierzeltwand anbringen, hier ist der Stammplatz Heublein/Waneck. Auch über eine Sitzgelegenheit habe ich schon nachgedacht, es könnten Klappsessel an der Bierzeltwand angebracht werden. Das stehen und trinken ist ja auch sehr anstrengend den ganzen Abend.

 
Foto: Brigitte Waneck und Winfried Heublein
 
Werner Friedlein
Etwa Anfang der 60er Jahre war es, als wir jungen Burschen beschlossen, nach dem Bierfestbesuch noch einen Absacker zu nehmen  und  zwar  im  Ratskeller,  mit  zwei  älteren Bierzeltbesuchern aus unserem Dorf. Dort im Ratskeller kamen noch die Bedienungen und Brauereichefs dazu, und die Stimmung war weiterhin gut. Wir hatten in unseren Reihen einen Musikspieler und einen Feuerspucker, zwei Melkendorfer Originale, dabei, was den Herren Chefs der Brauereien gut gefiel, und man bot uns an, „wenn ihr uns die Musik dalasst und ihr heimgeht..., bekommt ihr morgen 5 Liter Bier vom Wirt.“ Das nahmen wir natürlich an, und am nächsten Tag hörten wir vom Musiker, dass er um 4 Uhr in der Früh heimgefahren wurde. Der Fahrer fragte ihn, ob er denn wisse, wer er sei, worauf er verneinte. Da sagte der Fahrer: „Ich bin der Direktor Meußdorffer von der Mönchshof. Und unser Musiker sagte darauf: „…und ich der Poppen Helm. Da haben Sie ja die Konkurrenz heimgefahren, denn ich bin der Maler Popp von der Sandler-Bräu.“ Bemerken möchte ich noch, dass wir die fünf Liter Bier vom Wirt nie bekommen haben.

 

 

 

 

Siegfried Müller
Aus einer Wirtshauslaune entstand die Idee von Siegfried Müller, als Bayreuther dem Kulmbacher Festumzug mit unserem Erscheinen den nötigen Pepp zu verschaffen. Also kleideten wir uns in edle Gewänder, warfen unseren geschmückten Oldtimer „VW-Kübelwagen“, Baujahr 1976, an und kutschierten voller Erwartung der Kulmbacher Stadt entgegen. Am Start des Festumzuges erteilten uns die Kulmbacher jedoch tatsächlich eine Absage, weil wir uns nicht vorschriftsmäßig angemeldet hatten. Nach ausgiebigen Gesprächen wurde uns dann aber doch gestattet, als Schlusslicht den Umzug mit unserem Gefährt zu bereichern. Zu unserer Verwunderung wurden für jeden von uns auch noch Biermarken locker gemacht. Doch als wäre uns an Freundlichkeit nicht bereits genüge getan, wurden wir von Kulmbacher Zaungästen außerdem beklatscht und bejubelt. Oba des woar immer nuch net alles: im Stadl angekommen, wurden uns nochmal Biermarken gereicht. Na, is des net a saubre G’schicht? In diesem Zusammenhang auch recht herzlichen Dank an die Kulmbacher Brauerei. Seither sind wir Bayreuther immer wieder auf der Kulmbacher Bierwoche zu sehen
.

 
Foto: VW Kübelwagen mit den Festumzugsteilnehmern

 

 

 

 

Lilo (geb. Mann) und Georg Fickentscher 
Vor 52 Jahren – jetzt 51 Jahre verheiratet – lernte ich meine Frau im Festzelt der Kulmbacher Bierwoche kennen. Ich saß mit meiner Maß Bier vor der Blaskapelle. Plötzlich stand zwischen den Bänken kurz vor mir ein nettes Mädchen mit schwarzen Haaren und giftgrünen Kleid mit Bastgürtel und lauschte der Blasmusik. Sie faszinierte mich so sehr, dass ich aufstand und sie zum Setzen an meinem Tisch einlud. Tatsächlich setzte sie sich und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass sie von Bayreuth mit dem Radl kam und ich aus Goldkronach. Wir vereinbarten ein Treffen in Bayreuth für das Wochenende und es klappte auch. Ein Jahr später war bereits Hochzeit. Wir denken deshalb immer wieder an die Kulmbacher Bierwoche. Dieser Bierzeltbesuch im Jahre 1957 war für uns beide wie ein Sechser mit Zusatzzahl im Lotto. Schade, dass wir nun seit 37 Jahren in Düsseldorf wohnen. Vielleicht klappt es einmal wieder mit einem Besuch zur Kulmbacher Bierwoche. Düsseldorf ist nichts gegen Kulmbach. Auch das Kulmbacher Bier schmeckt besser als das Düsseldorfer Alt.
 

  
Foto: Lilo und Georg Fickentscher


++++++29. Juni 2009++++++

Familie Bürger
Wir sind ALLE „ECHTE“ (Eingeborene) Kulmbacher und die Kulmbacher Bierwoche gehört schon Jahrzehnte in unseren jährlichen Terminplan. Das Treffen von Bekannten, Kollegen, Schulfreunden, ehemaligen Arbeits- u Schul- Kollegen usw. ist schon alle Jahre eine Tradition der Bierwoche.  

Damit die Familie über die Bierwoche mitreden kann, ist es ja ein muß die 4 Festbiere zu probieren. Da gehört natürlich auch der Test für die guten Kulmbocher Brotwerscht, des Sauerkraud und der Hax’n Test dazu. Deshalb gibt es unsere Familien Tradition am Sundooch an Frühschopp’n für Alle. Wir haben zwar KEINE 60 Bierwochen geschafft, aber wir Steuern schon darauf zu. Wir freuen uns schon auf die kommende Bierwoche.
 

++++++26. Juni 2009++++++

Elfriede Nadwornicek
Jeden Sommer zur Kulmbacher Bierwoche bekamen wir, mein Mann und ich, Besuch von einem Ehepaar aus Wanne-Eickel. Und immer fuhren wir dann gemeinsam nach Kulmbach zur Bierwoche. In fröhlicher Runde im Bierzelt nahm plötzlich unsere Bekannte den Bierkrug meines Mannes und ging davon. Als sie wiederkam, war der Krug bis obenhin gut eingeschenkt. Sie sagte, sie habe an der Theke nachfüllen lassen, weil der Krug schlecht eingeschenkt war. Erschrocken sagte mein Mann: aber ich habe doch schon dem Krug getrunken.“ Dieses Erlebnis ist mir unvergesslich!

Manfred Biel
Vor 46 Jahren, ich lebte damals noch in Hof, besuchten mich und meine Frau mein Onkel, dessen Frau und sein 16-jähriger Sohn Heinz aus Hamburg. Mit dessen DKW mit Lenkradschaltung machten wir auch einen Ausflug zur Kulmbacher Bierwoche. Da der DKW nur ein Viersitzer war, musste Heinz vorne auf der Mittelkonsole Platz nehmen. Meinem Onkel schmeckte dann das Bier im Stadl so gut, dass er nicht mehr fahrtüchtig war. Weder die Frauen noch ich hatten einen Führerschein, was also tun? Die Rettung war Heinz, denn der konnte schon fahren, er hatte es des Öfteren probiert. So musste ich mich mit meinen 80 Kilo auf die Mittelkonsole quetschen und bei jedem Schaltvorgang den Kopf einziehen. Letztlich haben wir es aber geschafft und sind nach eineinhalb Stunden Fahrt Dank Heinz gesund in Hof eingetroffen. 

Christoph Bayerlein
Kulmbach galt als Ziel, wohl doch damals, mit dem Fahrrad, noch als wir im Stadel uns befanden Bierwochenstimmung war vorhanden Gemeinsamkeit, hat man bekundet das Bier, vorzüglich, hat gemundet mein Traum erfüllt sich im Vertrauen einen Maaskrug, mir zu klauen problematisch, in der Tat, bei, der Heimfahrt, mit dem Rad überzeugt wohl, nicht zu stranden Bodennebel, war vorhanden ein Sturz jedoch, war das Verderben mein lieber Maaskrug lag in Scherben deshalb sollte man empfehlen, niemals, einen Maaskrug stehlen.   

Seinerzeit ah guter Grund
Bierwochen wohr in Kulmbach drunt wir sänn, bereits, voh 50 Johr’n schah, mit’n Fohrrod, nunter gfohr’n hamm uns drunten unverdrossen ah poohr Mössla schmecken lossen im Stadel drunten, ganz vertraut, hamma dann, an Moosskrug klaut,
mia wonn, des konn, kah Mooskrug wissen durch Bodennebel sturzbefliessen rechts, hamma auf die Seiten gschaut und links, tooh hott’s ann, runter kaut boh, einem Sturz, ah echt’s Verderb’n geht meih schöna Krug in Scherb’n beschlossen dort, mit festem Will’n keinen Mooskrug mehr, zu stiehl’n und, man sollt, auf Gott vertraua, in Kulmbach keinen Krug mehr klaua.
 
Die allerschönste Stadlgschicht
Ich hobb, mein Kumpel ahna picht, wall, der daff, zan sapperlott, mein, ganzen Moosskrug, um gschütt hott ich hobb, ihm deshalb, ahna klopft es hott, nett blus, meih Husen tropft, suh gor, die Füss, wonn mit gebott,  und meih ganze Mooss, woh vott,
er woh, nett bös, des hätt, nuch gfehlt, er hott, zwaah frische Mooss bestellt, und hott aah, nett weiter gloggt selbst, wennst noss bist, hotta gsoggt, des is, woss wert, itz machmah Prost, wennst, suh woss Gutes, ooh dir hosst, ziemlich noss, von diessem Gold, bin ich voh Kulmbach hahm getrollt.
 
 
Eitel Ehrenberg
Eigentlich wollte ich im vergangenen Jahr im Stadl meinen 60. Geburtstag feiern. Leider wurde ich dann aber krank, ich  musste mein Vorhaben aufgeben, der Jubeltag war gestorben. Dann feiere ich meinen 60. eben  2009, dachte ich mir. Und genau das werde ich jetzt tun, denn das Kulmbacher Bierfest gibt’s nur einmal!
 
Beate Hansen
Als junges Mädchen von 13 bis 14 Jahren besuchte ich meine Oma in Kauerndorf. Wir wohnten damals in Kiel und meine Eltern waren in den Sommerferien nach Italien gefahren. Ich durfte nicht mit, denn ich war in der Schule durchgefallen und sollte nach den Ferien eine Nachprüfung machen. Eigentlich sollte ich lernen. Viel lieber war ich aber mit meinen Cousinen unterwegs, die 4 und 5 Jahre älter waren und in Kulmbach wohnten. Täglich waren wir zusammen unterwegs. Aber dann begann das Bierfest und niemand hatte mehr für mich Zeit. da durfte ich nicht mit hin. Viel zu jung und viel zu störend. Ich habe jeden Kulmbacher glühend beneidet. Als ich 10 Jahre später in München heiratete wünschte ich mir von meinem Mann, dass wir einmal nach Kulmbach zum Bierfest fahren. Ich hatte es bis dahin immer noch nicht erlebt. Doch er erwiderte, dass ich wohl spinne, von München weg und zum Biertrinken nach Kulmbach. Oma lebte nicht mehr und so hatte ich auch keinen anderen Grund den ich anbringen konnte. 20 Jahre später stand ich vor der Scheidung und überlegt wohin ich ziehen könnte. Weg aus München, das stand fest. Da fiel mir Kulmbach wieder ein - und wen wundert es, ich zog mit Kind und Kegel nach Kulmbach, mitten rein und habe seit 1995 kein Bierfest mehr verpasst. Wünsche gehen in Erfüllung man muss nur warten können, oder ein wenig nachhelfen.
 
Michael Witzgall
Für mich ist es mit meinen 26 jungen Jahren schon Tradition, wenn ich mich wie jedes Jahr zum Bierfest-Anstich um 9.30 mit einem Kumpel auf dem Marktplatz treffe! Und jeden schönen Augenblick der Bierwoche von Anfang an bis zum Ende miterleben darf! Der Büttnertanz und die Kanonenschläge sind einfach ein Muss für einen Kulmbacher Jung!
Ich finde das Bierfest in unserer schönen Altstadt einfach das süffigste Fest das es gibt!
Nicht nur wegen den Schmankerln und dem einzigartigen Festbier, sondern auch, weil man eben alte Bekannte und Freunde wieder sieht und manche Geschichtla nie vergisst.
Mein Motto: Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Hawaii, auf dem Kulmbacher Bierfest fühlt man(n) sich so richtig frei! Warum in die Ferne schweifen, wenn das gute liegt so nah!
Urlaub 2009: Bierwoche! Wie jeds Jahr!


 

Foto: Michael Witzgall


Wolfgang Boller
Es war wohl so um 1952, als es drei Pimpfen gelang, den strengen Augen der Schwester Wilhelmine und der Kindergärtnerin Renate vom Kindergarten Waaggasse zu entschlüpfen und sich selbständig zu machen. Was nur möglich war, da an diesem Tag Fotomeister Tichi mit den alljährlichen Portraitaufnahmen für etwas Durcheinander sorgte.Wölfi, Kalle und Fischi, zeitgerecht mit handgestrickten langen Strümpfen an Strapsen, kurzer Lederhose und Brotzeittäschchen ausgestattet, wählten für den Nachhauseweg jedoch den Umweg durch das Bierzelt, das damals noch auf dem Marktplatz stand. Da damals offenbar kein Krugpfand verlang wurde, standen massenweise leergetrunkene Maßen auf den Tischen und die Schankwirte waren ganz angetan von den Dreien, die unentgeldlich die Krüge sammelten und zur Theke schleppten. Nicht ohne Eigennutz, den so manches Nagela fand so doch noch seine vorgesehene Verwendung... Die inzwischen unruhig gewordenen Eltern und Kindergärtnerinnen wurden nach einiger Zeit intensiver Suche tatsächlich im Festzelt fündig, stellten uns Ausreißer, konnten aber soviel mir noch in Erinnerung ist, keine größeren Schäden an Leib und Seele feststellen. Lediglich ein verstärktes Schlafbedürfnis und ein recht lustloser nächster Morgen bei vorsorglich von Mutter angeordneter Bettruhe waren das Ergebnis unseres ersten Bierzeltbesuches. Und ein ein offizielles Zeltverbot haben wir eigentlich auch nicht bekommen...

 
Foto: "Wölfi" Boller (5), ob er schon in Gedanken beim ersten Nagela ist...


++++++25. Juni 2009++++++

Eva Kurth

„Ich saß vor einigen Jahren während der Bierwoche zum Frühstück in einem Café am Kulmbacher Marktplatz. Am Tisch neben mir drei überaus lustige Gäste aus Köln. Ich kam mit den dreien ins Gespräch und es ging natürlich um die Faszination Bierwoche. Seit sage und schreibe 17 Jahren, so erzählten mir die Kölner, seien sie zur Bierwoche in Kulmbach. Und sie schwärmten von der einzigartigen Atmosphäre, der Stadt, den Menschen, der Stimmung … Schließlich fragte ich nach, wie es ihnen denn im legendären Stadl so gefiele – als Touristen. ‚Tja, bis in den Stadl haben wir es leider in den 17 Jahren noch nicht geschafft‘, bedauerten die drei aufrichtig. Denn nach dem meist schon bierseligen Auftakt zum Frühstück war das Trio in all den Jahren nie in der Lage gewesen, am Abend die wenigen Meter bis zum Zelt zurückzulegen. Auch eine Art, die Bierwoche ausgelassen zu feiern!“

 
Foto: Eva Kurth

I. Krasser 
Wir vier senn zum Daal seit 30 Johrn dabei.
Bis auf zwaa Dooch in der Wochn genga mer nei.
Im Stadl drinna is es zwor schee,
doch mir draußn, gegenüber der Brotwerschtbudn vom Bär steh.
Mei Mo hot sich an Moßkrughalter selbst gebaut.
Wie alla Johr, die Leut hom immer nogschaut.
Fremma frong scho: Wu hom sa denn do her?
Er socht dann: Selber machen is gornet schwer!
A KG-Rohr, an Buden, an Deckl drauf, an Gurt umma Hols,
und scho gits auf die Bierfestwalz.
Am letzten Doock der Bierwochen is uns scho klor:
Schee wors wider, tschüß bis zum nächsten Johr.
 
 
Foto: Herr Krasser mit seinen Freunden und dem selbstgebauten Krughalter

Waltraud Wittowetz
Der damalige Chef einer Kulmbacher Firma (Exakta Fenstertechnik) spendierte seinen Mitarbeitern einen Abend im Bierfest und die Vertreter jeder Dame im Team eine Rose; alle Rosen sammelte man in einem Masskrug mit Wasser. Jeder bekam auch eine Schweinshaxe. Irgendwie reizte mich der Personalchef gegenüber und ich begann „unauffällig“ das Mark im Knochen der Haxe auf ihn zu schießen. Dies gelang perfekt, die Krawatte war dekoriert, das Gelächter groß. Völlig unerwartet, nach einiger Zeit, stülpte der Personalchef das Rosenwasser über meinen Kopf – zum Gelächter aller. Dann kam die Kellnerin zum abräumen und meinte im Kulmbacherisch (kann ich nicht ganz, da ich geb. in München bin)  „gel sie schwitzen heute auch so narisch wie ich“. 

Walter Niemann 
„Dass im Stadl Streit innerhalb weniger Stunden in Verbrüderung umschlagen kann, erlebten meine Frau und ich einmal mit dem „Onkel von Bühl“, einem bekannten Lebenskünstler namens Rudi Schneider. Der hatte sich einen vollbesetzten Tisch ausgesucht, um gute Stimmung zu verbreiten: Er steuerte ihn direkt an (bereits um 18 Uhr ordentlich angeheitert), schnappte sich den erstbesten Krug und prostete in die schunkelnde Runde. Was allerdings dem rechtmäßigen Krugbesitzer wenig gefiel. Die Folge war ein Disput, der vom Ordnungsdienst mit dem Rauswurf des „Onkels von Bühl“ beendet wurde. Das Schlitzohr jedoch verschaffte sich später am Abend wieder Zugang zum Zelt und stattete demselben Tisch einen weiteren Besuch ab. Er nahm sich wieder einen der Krüge zum Prosten und … Bevor die herbeigeeilten Ordner ihn ein zweites Mal „abführen“ konnten, ergriff der Kontrahent von vorhin Partei für ihn, bot ihm einen Sitzplatz neben sich an und schunkelte mit ihm in die Nacht.“

Kornelia und Günther Hübsch 
„Irgendwann in den Neunzigern saßen meine Frau und ich im Stadl und teilten uns den Tisch mit einer netten Bayreuther Familie. Im Laufe des Abends kam eine Fotografin an unseren Platz, machte einige Bilder und bot uns diese Erinnerungsstücke an. Die Tochter der Familie war allerdings gegen den Kauf dieser Aufnahme, da sie sich darauf nicht vorteilhaft getroffen sah. Woraufhin der Vater erwiderte, „ …du schaust halt amoll net annerscht aus!“ und die junge Frau ihren Platz wütend verließ. Eine gute Maß später tauchte sie allerdings wieder auf – und hatte eine Überraschung im Arm: „Das ist mein neuer Freund“ berichtete sie freudestrahlend. „Wir haben uns gerade kennengelernt und wollen heiraten.“ Und tatsächlich: Nach einigen Wochen landete ein Kuvert in unserem Briefkasten. Absender waren die Bayreuther, die uns ein Foto der Verlobungsfeier schickten – und den bevorstehenden Hochzeitstermin bekannt gaben.“

Andrea und Karsten Schneider 
„Ich, eine „Hamburger Deern“, gefrustet aus erster Ehe, nahm das kinderfreie Wochenende und folgte einem befreundeten Frankenkenner nach Kulmbach. Versprochen waren mir zwei Tage in wunderschönem Ambiente mit süffigem Bier, toller Musik und lustigen Leuten … Und so kam es, wie es kommen musste. Ich traf einen dieser humorvollen Franken. Einen Mann in Lederhose, dessen Erscheinung bei mir Erinnerungen an „Störtebeker's Erben“ wach werden ließ. Einen natürlichen Burschen, der mich mit himmlischen Worten – soweit ich sie damals verstehen konnte – faszinierte und mir klar machte: Was soll ich noch im hektischen Hamburg, wenn die Liebe meines Lebens in Oberfranken wohnt? Mittlerweile sind wir seit 12 Jahren glücklich verheiratet und ich kenne mich dank des Berufs meines Schatzes bestens mit der hiesigen Bierkultur aus: er ist Meister der Braukunst!“

  

 
Foto: Familie Schneider