Kulmbacher Gruppe legt Geschäftsbericht 2009 vor

·        Positives Konzern-Ergebnis in Höhe von 1,9 Mio. Euro
·        Bierabsatz der Eigenmarken nahezu auf Vorjahresniveau
·        Konzern-Umsatz geht um 2,4 Prozent zurück
·        Dividendenzahlung entfällt in 2010 aufgrund von Verlustvortrag aus 2008
 
Demografischer Wandel, veränderte Trinkgewohnheiten, hohe Energie- und Rohstoffkosten sowie ein anhaltender Preiswettbewerbsdruck prägten auch im Geschäftsjahr 2009 die Geschäftsentwicklung der Kulmbacher Gruppe. Trotz schwieriger Marktbedingungen schloss die Kulmbacher Gruppe das vergangene Geschäftsjahr aufgrund eines eingeleiteten strategischen Portfolio-Managements und der Durchführung von Preiserhöhungen bei nahezu allen Marken mit einem positiven Konzernergebnis in Höhe von 1,9 Millionen Euro (Vorjahr: -11,3 Millionen Euro) ab. Ordentlich entwickelte sich im Vergleich zum deutschen Biermarkt die Absatzmenge der Eigenmarken der Kulmbacher Brauerei AG mit 0,3 Prozent unter Vorjahr. Beim Getränkeabsatz verzeichnete die Kulmbacher Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rückgang von 4,5 Prozent auf 3,4 Millionen Hektoliter (Vorjahr: 3,5 Millionen Hektoliter). Die Konzernumsatzerlöse gingen um 2,4 Prozent auf 217,2 Millionen Euro (Vorjahr: 222,5 Millionen Euro) zurück.
 
Geschäftsfeld Bier
„Unsere Eigenmarken Mönchshof und Kapuziner erzielten eine äußerst erfolgreiche Entwicklung gegen den rückläufigen Branchentrend. Die Marke Mönchshof überraschte mit Zuwachsraten von 2,3 Prozent, Kapuziner konnte sogar um 6,2 Prozent zulegen“, erläutert Markus Stodden, Vorstand Vertrieb und Marketing. Beim Gesamtabsatz im Geschäftsfeld Bier weist die Kulmbacher Gruppe einen Rückgang nahezu auf Branchenniveau um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2.334 Thl (Vorjahr: 2.413 Thl) aus. 
Stodden weiter: „Unser erfolgreiches Veranstaltungsgeschäft bei der Kulmbacher Brauerei führte ebenso wie Engagements im Sportsponsoring, zum Beispiel durch die Marke Kulmbacher beim 1. FC Nürnberg oder durch Mönchshof als Partner beim Weltcup-Skispringen in Oberstdorf, Klingenthal und Willingen, neben den Absatzmengenzuwächsen zu einer Erhöhung insbesondere des überregionalen Bekanntheitsgrades der Kulmbacher Marken.“ 

Eine gute Flaschenbierentwicklung im Handelsgeschäft konnte jedoch den Rückgang des Geschäftes in der Gastronomie nicht ausgleichen. Dort setzte sich die rückläufige Absatzentwicklung bei Bier aufgrund des sich weiter verändernden Konsumentenverhaltens und den Nachwirkungen des Rauchverbots fort. 
Auf dem ostdeutschen Biermarkt mussten die sächsischen Marken der Kulmbacher Gruppe Sternquell und Braustolz in 2009 aufgrund intensiven Preiswettbewerbes der ostdeutschen Marktführer und der im März 2009 durchgeführten Preiserhöhung bei Sternquell und Braustolz Mengenrückgänge hinnehmen. Kastenpreise im Markt erreichten ein bislang nicht gekanntes Preisniveau von unter acht Euro pro Kasten für das 20 x 0,5-l-Gebinde. In diesem Marktumfeld kämpften die sächsischen Marken der Kulmbacher Gruppe Sternquell und Braustolz um ihre Marktposition und behaupteten sich in ihren Kernabsatzgebieten.

Die einzelnen Marken der Kulmbacher Gruppe zeigen folgende Entwicklung:
KULMBACHER wuchs in Nordbayern und konnte ihren Marktanteil weiter erhöhen. Sie war als stärkste Fassbiermarke in der Gruppe auch in diesem Geschäftsjahr von der rückläufigen Nachfrage in Gaststätten betroffen. 
MÖNCHSHOF, der nationale Marktführer im Bügelgebinde-Segment, konnte seine Spitzenposition weiter ausbauen. Die Spezialitätenmarke weitete ihre Distribution weiter aus.
 KAPUZINER erreichte auch im vergangenen Geschäftsjahr durch das Bügelverschlussgebinde deutlich mehr Kunden, insbesondere im Kernmarkt Nordbayern. 
EKU verzeichnete eine gegenüber dem Vorjahr niedrigere Absatzmenge. Auf mögliche Absatzmengen aus deckungsbeitragsschwachen Dosengeschäften wurde bewusst verzichtet.
STERNQUELL erreichte das Absatzergebnis des Vorjahres aufgrund der Wettbewerbssituation und der am Markt durchgeführten Preiserhöhung nicht. Niedrige Aktionspreise und eine erhöhte Anzahl an Preis- oder Werbeaktionen der Marktführer auf dem ostdeutschen Biermarkt wirkten sich dabei auf die Absatzmengenentwicklung der Marke Sternquell negativ aus. 
BRAUSTOLZ verteidigte trotz durchgeführter Preiserhöhung und eines ungünstigen Wettbewerbsumfelds ihre Marktstellung als Heimatmarke der Region Chemnitz, musste aber ab Mitte Oktober im härter werdenden Preiskampf Absatzmengeneinbußen hinnehmen.
SCHERDEL entwickelte sich in ihrem Kernabsatzgebiet konsequent weiter. Die in der Gastronomie rückläufigen Fassbierumsätze konnten jedoch durch andere Gebinde-Arten nicht vollständig ausgeglichen werden.
Die Kernmarken der Würzburger Hofbräu Gruppe WÜRZBURGER HOFBRÄU und KEILER haben im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 ihre strategische Neuausrichtung erfolgreich abgeschlossen. Insbesondere die Marke Keiler erzielte aufgrund des neuen Markenauftritts zweistellige Zuwachsraten.
 
Geschäftsfeld alkoholfreie Getränke
Die Marke Bad Brambacher musste im Geschäftsjahr 2009 einen Absatzrückgang von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Sie lag damit aber besser als die Absatzentwicklung der Marken vieler anderer Markenhersteller. Der Trend bei den alkoholfreien Getränken hin zu Billigprodukten ging zu Lasten der Markenhersteller. Die Absatzmengen im Segment der alkoholfreien Getränke der Kulmbacher Gruppe einschließlich der Handelsgetränke waren im Berichtsjahr rückläufig. Der AfG-Gesamtabsatz verringerte sich um 7,3 Prozent auf 1.022 Thl (Vorjahr: 1.103 Thl). 
BAD BRAMBACHER erweiterte sein Sortiment im Bereich der Wellness-Linie „Vita Mineral“, der kohlensäurefreien „Naturell“-Sorten mit Aroma, baute mit zielgerichteten Sympathieaktionen die Marktführerschaft im Segment der 0,5-Liter-PET-Flaschen aus (Quelle: AC Nielsen) und generierte bei den Wellness-Getränken Absatzzuwächse.
 
Ergebnis und Umsatz
Das operative Ergebnis (EBIT) von 4,6 Mio. Euro lag aufgrund der im Vorjahr vorgenommenen außerordentlichen Abschreibungen auf die zahlungsmittelgenerierende Einheit Würzburger Hofbräu Gruppe deutlich um 16,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Das Finanzergebnis hat sich im Vergleich zum Vorjahr durch den konsequenten Abbau von Finanzverbindlichkeiten und aufgrund der am Kapitalmarkt gesunkenen Zinsen erheblich verbessert.
Die Umsatzerlöse der Kulmbacher Gruppe lagen mit 217,2 Mio. Euro um 2,4 Prozent unter dem Vorjahreswert von 222,5 Mio. Euro. Der Exportanteil lag bei 4,5 Prozent. Auf das Segment Bier entfiel ein Anteil von 133,9 Mio. Euro (Vorjahr: 137,8 Mio. Euro), auf das Segment der alkoholfreien Getränke ein  Anteil von 16,9 Mio. Euro (Vorjahr: 18,4 Mio. Euro). Im Segment Handel wurden Umsatzerlöse von 66,4 Mio. Euro (Vorjahr: 66,3 Mio. Euro) getätigt.
 
Jahresüberschuss der Kulmbacher Brauerei AG
Der nach handelsrechtlichen Vorschriften ermittelte Jahresüberschuss bei der Kulmbacher Brauerei AG in Höhe von 986.254 Euro wird mit dem Bilanzverlust aus dem Vorjahr verrechnet. Aufgrund des bestehenden Bilanzverlustes aus dem Vorjahr kann für das Geschäftsjahr 2009 keine Dividendenzahlung erfolgen.
 
Vermögens- und Kapitalstruktur
Die Bilanzsumme der Kulmbacher Gruppe hat sich gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Mio. Euro auf 180,0 Mio. Euro verringert. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 25,5 Prozent auf 27,7 Prozent.
 
Investitionen
In 2009 wurden im Rahmen einer vorsichtigen Investitionspolitik 13,1 Mio. Euro Investitionen getätigt (Vorjahr: 18,9 Mio. Euro). Investitionsschwerpunkte in der Kulmbacher Gruppe bildeten im Berichtsjahr die Anschaffung von neuen Mehrweggebinden für die Marken Mönchshof, Kapuziner und Keiler. Im technischen Bereich wurde am Standort Kulmbach die Leergutsortieranlage fertiggestellt und mit dem Bau einer Multiverpackungsanlage begonnen. Weiterhin wurden an allen Standorten technische Investitionen zur Effizienzerhöhung und Energieeinsparung durchgeführt.
 
Mitarbeiter
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2009 beschäftigte die Kulmbacher Gruppe 994 Mitarbeiter (Vorjahr: 1.053 Mitarbeiter) und 77 Auszubildende (Vorjahr: 95).
„Die Ausbildung junger Menschen nimmt im Rahmen unserer Personalarbeit einen gewichtigen Platz im gesamten Unternehmensverbund ein. Mit der bewussten Förderung unserer Nachwuchskräfte sichern wir uns langfristig ein hohes Leistungsniveau unserer Mitarbeiter“, betont Hans van Zon, Sprecher des Vorstands der Kulmbacher Brauerei AG. Die Kulmbacher Gruppe bildet in ansprechenden und zukunftsträchtigen Berufen wie dem des Industriekaufmanns, des Fachinformatikers für Systemintegration, der Fachkraft für Lagerlogistik sowie dem Brauerei-spezifischen Traditionsberuf Brauer und Mälzer aus. 

„Ein Schwerpunkt in der Weiterqualifizierung unserer Mitarbeiter in den Bereichen Technik und Logistik ist das im Rahmen des Produktions-Lern-Systems eingeführte Projekt  „Shop-floor-Management“. Dieses ist als Baustein zum „Lernen in der Kulmbacher Gruppe“ ein Schritt in Richtung des angestrebten kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Grundlage ist hier der aktive Betriebsrundgang, bei dem Probleme identifiziert und direkt vor Ort besprochen, Lösungsansätze ermittelt sowie Aufgaben zur Lösung verteilt und kurzfristig umgesetzt werden“, so Dr. Peter Pöschl, Vorstand Technik der Kulmbacher Brauerei AG. Diese Informationen werden auf den Tafeln des „Shop-Floor-Managements“ „Wir“, „Kennzahlen“ und „Aktuelles“ veröffentlicht und damit für jeden Mitarbeiter zugänglich gemacht mit dem Ziel, Arbeitsabläufe transparenter zu machen.
 
Kulmbacher Gruppe auf einen Blick
 
2009
2008
Gesamtabsatz (THL):
3.356
3.516
Bier Gesamtabsatz (THL):
2.334 
2.413
AfG Gesamtabsatz (THL):
1.022
1.103
Konzernumsatz (Mio. €):
217,2 
222,5
Konzernergebnis (Mio. €)
1,9
-11,3
Mitarbeiter
994
1.053
Investitionen (Mio. €)
13,1
18,9
Ergebnis je Aktie (€)
0,57
-   3,36 
 
Ausblick
Der demografische Wandel wirkt sich gerade in den Kernvertriebsregionen der Kulmbacher Gruppe in Nordbayern und Sachsen negativ auf den Getränkeabsatz aus. Positive Konsum-Effekte ergeben sich möglicherweise durch Public Viewings in Deutschland anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. 

Die Branche der alkoholfreien Getränke ist ebenso wie die Bierbranche von Überkapazitäten geprägt. Auch dort wird sich der Trend hin zu Billig- und Discountmarken weiter verstärken. Viele Mineralbrunnenbetriebe werden versuchen, ihre Kapazitäten mit preisgünstigeren Zweitmarken oder Lohnabfüllaufträgen zu Grenzkosten auszulasten. „Wir werden mit unserem Mineralbrunnen Bad Brambacher diesen Weg nicht gehen. Basierend auf der Markenstärke von Bad Brambacher werden wir uns auch zukünftig auf das 20 mal 0,5l Gebinde konzentrieren, unser Sortiment weiter diversifizieren und als Nischenanbieter qualitativ hochwertige Markenprodukte im höheren Preissegment vertreiben“, erklärt Markus Stodden, Vorstand Vertrieb und Marketing, Kulmbacher Brauerei AG.

Äußerst schwierige Marktbedingungen lassen die Zukunft im Biermarkt nicht rosig erscheinen. „Wir sind zu Veränderungen bereit, um unsere Betriebe profitabel führen und langfristig sichern zu können. Wir werden die gute Stellung unserer Kulmbacher Gruppe in Nordbayern nutzen, um die Marktanteile insbesondere mit unseren starken Wachstumsmarken weiter zu steigern. Wir stärken diese mit zielorientierten Investitionen im Kerngebiet und darüber hinaus. Mit Projekten wie „Lernen in der Kulmbacher Gruppe“, „Aktiver Betriebsrundgang“ und „Benchmarking der Brauereien“ werden wir Prozesse effizienter und transparenter gestalten. Oberste Zielsetzung ist der Ausbau der Stärke unserer Marken basierend auf höchstem Qualitätsniveau, einem ausgeprägten Regionalbezug und hoher Wertigkeit“, betont Hans van Zon, Sprecher des Vorstands der Kulmbacher Brauerei AG. In den Geschäftsjahren 2010 und 2011 strebt die Kulmbacher Gruppe eine weitere Verbesserung ihrer Ertragssituation an, um an das positive Unternehmensergebnis von 2009 anknüpfen zu können.
 
Termine 2010
19. Mai 2010:  Hauptversammlung Kulmbacher Brauerei AG
August 2010:  Halbjahresbericht Kulmbacher Gruppe 2010
 



Mönchshof, nationale Bügelbierspezialität Nummer eins (A. C. Nielsen), setzt sich für den Erhalt traditioneller Werte und Brauchtümer wie der Kirchweih ein.

 





Bier bewusst genießen: Mit Kapuziner ursprüngliche und einzigartige Momente erleben.  

 




Ein Sortiment für gesundheitsbewusste Genießer bieten die Bad Brambacher Mineralquellen im Bereich der Wellness-Linie mit „Vita Mineral“ und den kohlensäurefreien „Naturell“-Sorten mit Aroma.

 


 
 
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